Homeoffice – die Arbeitsform der Zukunft?

Die Corona-Pandemie hat, zugegeben gezwungenermaßen, einige Arbeitsmodelle und das digitale Wachstum vieler Betriebe beschleunigt. War das Homeoffice für viele Berufsgruppen vor einem Jahr praktisch noch undenkbar, gehört es heute zum gängigen Geschäftsalltag. Doch wie genau sieht es bezüglich der Akzeptanz des Homeoffices mittlerweile aus und welche Entwicklungen hat es auf dieser Ebene gegeben? In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie beliebt die Arbeit von Zuhause ist.

In diesen Branchen ist Homeoffice sinnvoll

Nicht nur innerhalb der Betriebe, sondern auch politisch hat es bezüglich der Heimarbeit einige neue Grundsatzfragen und Diskussionen gegeben. Für wen ist die Arbeit im Homeoffice wirklich sinnvoll? Während bei einigen Berufsgruppen wie dem Handwerker oder der Kassiererin im Supermarkt bereits klar ist, dass keine Arbeit von Zuhause möglich ist, gibt es derart eindeutige Zuordnungen nicht in jeder Branche. Kann beispielsweise der Ingenieur vom heimischen Schreibtisch planen? Lassen sich Termine in der Bank vollständig digital abhalten?

Auch in Zukunft ist die Auslegung möglicher Verpflichtungen zu mehr Mobilität bei der Arbeit durchaus zweifelhaft. In anderen Branchen fällt die Zuordnung hingegen leichter. So können Webdesigner, Entwickler, Planer, Berater, Call-Center Mitarbeiter, Übersetzer, Anwälte oder Buchhalter bequem von Zuhause arbeiten. Zwar möchte nicht jeder Arbeitnehmer täglich nur am eigenen Schreibtisch sitzen, die Möglichkeit zur Digitalisierung dieser Bereiche besteht allerdings.

So hat Corona zur Entwicklung beigetragen

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde zwischenzeitlich sogar eine Pflicht zum Arbeiten im Homeoffice eingeführt, sofern dies je nach Art der Branche zumutbar ist. So wurden neue Maßnahmen für die Arbeit der Zukunft geschaffen, was nicht immer nur mit einem geeigneten PC, einem Drucker und einem Schreibtisch abgeschlossen war. Auch interne Weiterbildungen sind je nach Arbeitsaufgabe und Mitarbeiter zwingend für eine gute Arbeit im Homeoffice erforderlich.

Zwischenzeitlich hat die Corona-Lage dafür sorgen können, dass mehr als die Hälfte der deutschen Angestellten im Homeoffice arbeiteten. Schon jetzt zeichnet sich jedoch ab, dass dies in vielen Fällen kein Dauerzustand sein soll. Dennoch sind statistisch rund 80 % zufrieden, wenn es um die aktuelle Lage im Homeoffice geht. Doch warum genau ist die Heimarbeit ein derart beliebtes Modell?

Warum ist das Homeoffice bei Arbeitnehmern so beliebt?

Gründe für die Arbeit von Zuhause gibt es viele. Der Arbeitnehmer kann sich die weiten Wege sparen, seine Arbeit flexibel aufteilen und mehr Zeit mit der Familie verbringen. Ein flexibles Modell, bei dem mehrere Arbeitstage wöchentlich im Homeoffice gearbeitet wird, gefällt daher vielen Mitarbeitern sehr gut. Ergänzend zu den bereits angesprochenen Vorteilen gibt es jedoch noch einige weitere Argumente, die aus Sicht der Arbeitnehmer für die Arbeit im Homeoffice sprechen:

  • Kurze Wege und mehr Fokus auf die Arbeit
  • Keine Ablenkung durch Großraumbüro-Atmosphäre
  • Arbeiten in der eigenständig dekorierten Umgebung
  • Freie Kleiderwahl, essen und trinken während der Arbeit
  • Selbstständige Aufteilung der Arbeitsinhalte
  • Einfache Besprechungen im Team via Konferenz

Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer befürchtet aus diesem Grund, nach Ende der Pandemie wieder regelmäßig zur Arbeit fahren zu müssen. Dabei soll das Arbeiten statistisch von Zuhause sogar effizienter und schneller funktionieren. Pausen und Erholungsphasen lassen sich eigenständig wählen, wodurch anschließend wieder ein voller Fokus auf die Arbeit möglich ist. Dies macht die Arbeitnehmer in der Praxis deutlich selbstbewusster und verschafft eine gewisse Freiheit.

Diese Gründe sprechen gegen das Homeoffice

Dennoch ist das Homeoffice nicht für jeden Arbeitnehmer die richtige Lösung. Auch wenn sich die Arbeitszeit dank digitaler Zeiterfassung mittlerweile sehr genau tracken lässt, finden Arbeitnehmer noch immer Mittel und Wege, um eine derartige Überprüfung zu umgehen. Wer im Homeoffice arbeitet, muss daher grundsätzlich verantwortungsvoll und verlässlich sein. Nicht jeder Chef hat ein derart großes Vertrauen in sein Personal, was aufgrund fehlender Kontrolle schwer nachprüfbar ist.

Ein weiterer Grund gegen das Homeoffice ist die Atmosphäre, die bei der Arbeit zu Hause längst nicht so beruflich ausgeprägt ist wie im Büro. Nicht jeder kann mit dem plötzlichen Wechsel umgehen, da die Familie und die vielen heimischen Pflichten häufig parallel zur Arbeit anstehen. Dies sorgt dafür, dass das Homeoffice nicht für jeden zum besten Mittel für mehr Produktivität wird. Aber wie lässt sich das Miteinander und das Vertrauen im Homeoffice auch nach Ende der Pandemie weiter stärken?

So lässt sich die Akzeptanz der Home-Arbeit steigern

Falls je nach Branche eine Arbeit im Homeoffice möglich ist, lässt sich eine derartige Lösung durchaus als flexibles Modell integrieren. Für junge Arbeitssuchende sind flexible Arbeitszeiten und eine gute technische Ausstattung von höchster Bedeutung, weshalb das Homeoffice durchaus ein wichtiges Kriterium für die Wahl des Arbeitgebers sein kann. Damit Unternehmen diesen Wandel allerdings gekonnt voranbringen können, sind geeignete Strategien erforderlich:

  • Gute Ausstattung im Homeoffice. Viele Arbeitnehmer haben nicht die nötige Technik, um von Zuhause effektiv zu arbeiten. In diesen Fällen sollte der Arbeitgeber aushelfen können.
  • Kontakt zu Vorgesetzten: Bei der Arbeit im Homeoffice fühlen sich vor allem Neueinsteiger auf sich allein gestellt. Daher sollte stets ein digitaler Kontakt zu den Vorgesetzten bestehen.
  • Klare Fristen und Ziele: Auch wenn Flexibilität ein wichtiges Kriterium ist, sollten eindeutige Ziele für die Arbeit definiert werden. So wird das Arbeiten effizienter und doch entspannt.

Damit das Homeoffice für Arbeitgeber eine gute Alternative darstellt, müssen Verlässlichkeit und eine fristgerechte Arbeit selbstverständlich sein. Unternehmen haben kein Interesse daran, dass Arbeitsziele durch die Arbeit im Homeoffice verfehlt werden. Hierbei gilt es, gegenseitiges Vertrauen nicht zu verspielen, sondern zur Einbindung neuer Freiheiten und Möglichkeiten zu nutzen.

Technik und Kontrolle – kann es daran scheitern?

Fast 70 % aller Angestellten wünschen sich nach Ende der Pandemie mehr Arbeit von Zuhause. Hierbei stellt sich jedoch die Frage, ob die Digitalisierung zahlreicher Unternehmen bereits mit diesem Wunsch umgehen kann. Für viele Betriebe stellt die Investition in digitale Ausstattungen und Materialien für das Personal einen großen Kostenpunkt dar. Deshalb ist eine ausführliche und durchdachte Vorbereitung sinnvoll, um die Arbeit im Homeoffice sicher zu gestalten. Schulungen und praktische Einführungen machen es einfacher, auch mit größeren Veränderungen umzugehen.

Die Erwartungen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Bereits aus zahlreichen Statistiken geht hervor, dass dem Arbeitnehmer flache Hierarchien und ein gewisses Maß an Freiheit sehr wichtig sind. Feste Arbeitszeiten ermöglichen an dieser Stelle zwar Planbarkeit, führen allerdings auch zu Einschränkungen rund um die Planbarkeit der eigenen Arbeit. Auch aus technischer Sicht wünschen sich die Arbeitnehmer im Homeoffice einige Verbesserungen. Nur mit einheitlicher Ausrüstung und Unterstützung durch das Unternehmen kann dies gelingen.

Wie bereits erwähnt, haben auch die Arbeitgeber konkrete Anforderungen, wenn es um die Arbeit im Homeoffice geht. Um die Akzeptanz einer derartigen Maßnahme zu steigern, sollten die Ergebnisse von Beginn an stimmen. Hierzu gehört auch das Einbringen eigener Ideen und Vorschläge, mit denen sich die Abläufe im Hintergrund der Arbeit optimieren lassen. Nur durch ein gemeinsames Miteinander wird es gelingen, den Arbeitsalltag dauerhaft mit dem Homeoffice zu verknüpfen.

So sieht der Homeoffice-Trend für die Zukunft aus

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass einige Berufsgruppen wieder in die Büros zurückkehren werden. Einen Wandel um 180 Grad wird es in der Arbeitswelt nicht geben. Dennoch ist aufgrund der hohen Zufriedenheit und der wachsenden Flexibilität im Homeoffice erwartbar, dass einige Betriebe auch weiterhin auf dieses Modell vertrauen. Die beliebteste Form für die Arbeit der Zukunft wäre an dieser Stelle eine flexible Aufteilung mit mehreren Tagen Homeoffice pro Woche. Ob und wie dies in Ihrer Branche umsetzbar ist, können Sie jederzeit im Gespräch mit Ihren Vorgesetzten thematisieren.

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