Metaverse – die Zukunft des Internets?

Wer das Internet konsequent weiterdenkt, wird nicht um die rasante Entwicklung der technischen Einflüsse am Markt herumkommen. Auch führende Köpfe wie Mark Zuckerberg sehen das Metaverse daher als neue Form des Internets, die sich logischerweise mit der Zeit entwickeln muss. Doch was konkret ist das Metaversum überhaupt und wie soll es möglicherweise zum Nachfolger des Internets werden, wie wir es heute kennen? In diesem Beitrag gehen wir auf die Suche nach neuen Antworten.

Worum geht es im sogenannten Metaversum?

Was im Jahr 1992 im SciFi-Roman „Snow Crash“ noch als bloße Utopie galt, wird in der heutigen Zeit mehr und mehr realistisch. Kern des Romans ist die Interaktion von Menschen im dreidimensionalen Raum. Dies erfolgt mithilfe von Avataren, die sich praktisch digital simulieren lassen. Auch der etwas neuere Roman „Ready Player One“ greift dieses System auf, was vor einigen Jahren beindruckend verfilmt wurde.

Auch wenn die konkrete Gestaltung eines Metaversums natürlich noch längst nicht absehbar ist, bieten Bücher und ihre Verfilmungen eine ausführliche Einschätzung. So handelt es sich um einen virtuellen Raum, in dem die Avatare zahlreicher Menschen wie auch in der echten Welt vorhanden sind und aufeinander treffen. Die gemeinsame Vernetzung denkt die bisherige Form sozialer Medien an dieser Stelle grundlegend weiter. So versammeln sich die Avatare der Nutzer in digitaler Form.

So unterscheiden sich Metaverse und Internet

Wie bereits erwähnt, handelt es sich auch heute natürlich noch um eine Zukunftsvorstellung. Doch wo genau liegen die zentralen Unterschiede im direkten Vergleich zum Internet? Während mit dem Internet viele der analogen Grundsätze auch weiterhin gelten, ist dies in einem Metaverse noch nicht absehbar. In eigenen virtuellen Räumen bleibt der Bezug zur analogen Welt beispielsweise gering.

Wer heute jedoch im Internet aktiv ist, tut dies auf einer physischen und realen Grundlage. Wer im Internet eine Tasche bestellt, wird diese zum Beispiel an jedem Ort in der echten Welt tragen und nutzen können. Anders ist es jedoch in rein digitalen Spielen. Wer sich im ersten Spiel einen Skin kauft, wird diesen im zweiten Spiel nicht automatisch ebenfalls im Inventar finden. Ob sich das Internet in Zukunft mit digitalen Spielen vergleichen lässt, ist hingegen äußerst unwahrscheinlich.

Die Durchlässigkeit des Netzes als Grundlage

Dennoch sprechen Experten von einer Erweiterung des bisherigen Internets, wenn es konkret um das Metaversum geht. Schon jetzt zeigt sich, wie viele Daten zu jeder einzelnen Person hinter den neuen und technisch ausgeprägten Nutzerprofilen stecken. Durch moderne Methoden wie das Tracking ist der User mehr und mehr ein gläserner Mensch, wodurch das Netz für echte Durchlässigkeit sorgt.

Um jedoch den theoretischen Übergang zum Metaverse zu finden, muss die Gesamtheit an Apps und unterschiedlichen Funktionen jedoch überwunden werden. So gibt es nach der Theorie garantiert keine Hindernisse für den Datenaustausch, was die Wahl von Gerät und Software unerheblich macht.

Auch wenn die Menschen statistisch von Jahr zu Jahr mehr Zeit im Internet verbringen, ergibt sich mit dem Metaversum eine vollkommen neue Herausforderung. So gibt es in diesem System eine ganz eigene Wirtschaft mit individueller Währung, die nicht in Verbindung zu bestehenden Ansätzen steht. Aus Perspektive vieler Internetforscher stellen vor allen Kryptowährungen einen Auslöser dar.

So zeigen sich die Auslöser für einen Wandel

Der Anstieg von privaten Investitionen für virtuelle Güter erweitert sich von Jahr zu Jahr. Rund um Games und Software hat sich in wenigen Jahren ein Markt entwickelt, dessen Nachfrage vor Kurzem noch gar nicht wirklich bestand. Während PC- und Konsolenspiele bis vor wenigen Jahren noch im direkten Vergleich sehr wenig Spieler hatten, ist es heute mehr als nur ein Hobby für Jugendliche.

Hinzu kommen diverse Angebote, die eine Orientierung im digitalen Raum zusätzlich vereinfachen sollen. Optimierte Websites, moderne Online-Shops, spannende Browsergames und rein virtuelle Währungen verfolgen ein ähnliches Ziel – sie setzen auf den Ansatz, möglichst viele Belange des Alltags zu digitalisieren und den Menschen bereits online zu Kunden zu machen. Im Metaversum wird dieses Verhältnis zunehmend weitergedacht, um auch digital über Identitäten zu verfügen.

Metaverse Geschäftsmodelle als neue Zielsetzung

Auch wenn ein rein digitaler Alltag für die meisten Menschen nicht denkbar ist, erweitern sich die Angebote auf diesem Feld beinahe täglich. Rein virtuelle Produkte wie Spiele, aber auch deren Ingame-Währungen, spezielle Erweiterungen, Loot-Boxen oder Skins treiben die Virtualisierung der Wirtschaft weiter voran. So sind schon heute viele Menschen bereit, für digitale Avatare zu zahlen.

Die meisten Nutzer würden an dieser Stelle argumentieren, hierbei handelt es lediglich um ein persönliches Hobby. Wer das Internet weiterdenkt, könnte auch das Metaverse jedoch mit den gleichen Worten begründen und verteidigen. Virtuelle Nutzeraccounts mit Bildern und persönlichen Daten gehen schon heute stark in diese Richtung. Umso mehr Daten zu Ihnen und Ihrer Person erhoben werden, desto genauer werden Sie als Person durch die Auswertung der Daten abgebildet.

In diesen Bereichen existiert bereits ein Metaversum

Klar ist natürlich, dass ein Metaversum auch zukünftig nur in vielen kleinen Schritten und Stufen entstehen kann. So gibt es mit Open-World Games bereits zahlreiche Spiele und Simulationen, die an realen Zuständen anknüpfen und auf der Erstellung eigener Charaktere basieren. Ein Vorreiter ist das Spiel Fortnite, bei dem 100 Spieler landen und sich in einer simulierten Welt gegenseitig bekämpfen.

Doch nicht nur im Gaming gibt es erste Zeichen eines Metaversums. Auch Aspekte wie das Online-Dating oder das Chatten in Portalen entwickeln sich in die gleiche Richtung, da sich Menschen hinter selbst erstellten Profilen mit konstruierten Eigenschaften verstecken können. Ob die Person auch in Wirklichkeit so schön wie auf dem Profilfoto sein wird, ist fraglich. Mittel wie Beauty-Filter geben Ihnen und anderen schon heute ein ganz anderes Spiegelbild als der echte Spiegel im Badezimmer.

Wann genau es sich bei den angesprochenen Aspekten bereits um ein echtes Metaversum handelt, lässt sich gar nicht so einfach sagen. Bei digitalen Spielen ist es jedoch sehr naheliegend, da die gesamte Geschichte und das damit verbundene Handeln auf digitalen Ansätzen beruht. Auch wenn es bereits Anwendungen gibt, die mit realen Handlungen verbunden sind, ist dies eine Ausnahme.

Welche Schritte fehlen bis hin zum Metaverse?

Damit ein Metaversum langfristig aufgebaut werden kann, müssten zumindest die großen Konzerne im Bereich der Technologie an einem Strang ziehen. Bisher ist dies jedoch nicht absehbar, da eine Verallgemeinerung des digitalen Raums zur Schädigung diverser Geschäftsmodelle führt. Vor allem Apple hält aus diesen Gründen wenig von Vorstößen, die sich auf ein Metaverse beziehen. Schließlich ist es sehr je her Kern des Markenprogramms von Apple, sich von anderen Herstellern abzugrenzen.

Da sich ein zentralisiertes Metaverse jedoch zu einem mächtigen Instrument entwickeln könnte, ist auch an dieser Stelle Vorsicht geboten. Wer das Internet kontrolliert, regiert die Welt. Und zwar noch mehr als Facebook und Google es bereits tun. Sollte das Internet in Zukunft einen noch höheren Stellenwert erlangen, der bis zur Umstrukturierung führt, wird Dezentralität zum wichtigsten Faktor.

Die Entwicklung des Metaverse – eine Frage der Zukunft

Ob das bisherige Internet in Zukunft vollkommen neu gedacht und entsprechend entwickelt werden kann, lässt sich heute noch nicht sagen. Wichtig für einen solchen Schritt wäre, dass sich für Nutzer im Metaverse konkrete Vorteile im Vergleich zur realen Umgebung ergeben. Virtuelle Spiele und Apps geben schon heute einen Vorgeschmack und zeigen, was eine digitale Zukunft bedeuten kann. Nur die wenigsten Nutzer können sich jedoch vorstellen, ganz digital in ein Spiel abzutauchen. Was für führende Köpfe wie Mark Zuckerberg nur eine Frage der Zeit ist, liegt wohl noch in weiter Ferne.

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