Individualsoftware

Selbst in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) kann heute praktisch keine Abteilung ohne eine Softwarelösung, die Mitarbeiter bei spezifischen Verfahrensweisen unterstützt, effizient verfahren – zu vielfältig sind die Aufgabenbereiche bzw. zu komplex die dahinterstehenden Prozesse. Im Regelfall greifen Betriebe hier zu einem Produkt von der Stange und passen dieses - so gut es geht - an ihre individuellen Anforderungen an oder richten im schlimmsten Fall sogar ihre Workflows darauf aus. In jedem Fall ist eine Standardsoftware eine Notlösung – nur Individualsoftware kann entsprechende Geschäftsprozesse maximal ökonomisch gestalten, sprich Unternehmen eine wirklich leistungsstarke Unterstützung sowie eine Entlastung der Mitarbeiter und letztendlich eine höhere Produktivität verschaffen.

Definition Individualsoftware

Unter Individualsoftware versteht man ein eigens für eine bestimmte Gruppe von Benutzern bzw. eine Organisation und/oder für spezielle Funktionen erstelltes Programm. Im Gegensatz zu Standardlösungen zielt Individualsoftware nicht darauf ab, eine möglichst breite Front an Bedarfen zu bedienen, sondern fokussiert präzise festgelegte Workflows.

Microsoft Office ist zum Beispiel eine Software von der Stange, die als Tool-Paket vornehmlich typische Vorgänge bei der alltäglichen Büroarbeit unterstützt. Individualsoftware hingegen wird für einen ganz bestimmten Zweck entwickelt.

Die Entwicklung von Individualsoftware wird in der Regel von unternehmensinternen Entwicklungs-Teams durchgeführt oder an Dritte ausgelagert. Für die Erstellung von Individualsoftware gelten die gleichen Prozesse und Methoden wie für andere Bereiche des Software-Developments. Eine Individualsoftware durchläuft die bekannten Schritte der Anforderungserfassung, der Konzeption, der Codeerstellung, des Testens und der Bereitstellung. Zum Einsatz kommen im Zuge dessen zudem bekannte Methoden der Softwareentwicklung, wie agiles Arbeiten, DevOps oder Rapid-Application-Development.

Was kostet Individualsoftware?

Selbstverständlich ist es kaum möglich, pauschal zu benennen, was Individualsoftware kostet. So hängt der Preis von Individualsoftware zunächst mit den durch die Lösung zu bearbeitenden Geschäftsprozessen ab. Je umfangreicher bzw. je komplexer diese sind, desto größer ist logischerweise der Aufwand, um eine entsprechende Individualsoftware zu generieren.

Dabei ist weit mehr zu kalkulieren als die eigentliche Programmierung der Individualsoftware. Denn zunächst gilt es die damit zu unterstützenden Vorgänge kleinteilig, in allen relevanten Einzelheiten zu erfassen und ein zutreffendes Konzept aufzustellen, anhand dessen die Individualsoftware schließlich zielgenau umgesetzt werden kann. Weiterhin spielen auch letztendliche Tests und gegebenenfalls nicht durch den Programmierer voraussehbare Anpassungsschleifen bei der Entwicklung einer Individualsoftware eine Rolle in puncto Preis.

Die Kosten für eine Individualsoftware ergeben sich dabei generell aus dem Stundensatz des Programmierers und dem für die Entwicklung notwendigen Aufwand in Stunden. Das bedeutet für kleine und mittlere Unternehmen in aller Regel die Investition einer fünf- bis sechsstelligen Summe für eine Individualsoftware.

Das ist fraglos viel Geld, rechnet sich aber schon alleine hinsichtlich der für Standardlösungen normalerweise aufzuwendenden laufenden Kosten. Die Individualsoftware ist nämlich nicht nur präzise an die jeweiligen Bedarfe angepasst, womit idealerweise ein enormes Effizienzplus einhergeht, sondern gehört darüber hinaus ganz alleine dem Betrieb, der sie nutzt. Letzteres bedeutet, dass das Unternehmen die Nutzungsrechte der Individualsoftware für eine beliebige Anzahl an Usern bei einer uneingeschränkten Nutzungsdauer erhält.

Eine Standardlösung schlägt normalerweise mit monatlichen Lizenzkosten pro Benutzer zu Buche und ist an eine bestimmte Vertragslaufzeit gebunden. Wenn sich die Kosten auf monatlich 50 Euro belaufen, 50 Benutzer berücksichtigt werden müssen und der Vertrag 24 Monate läuft, fallen Gesamtkosten in Höhe von 60.000 Euro an. Aber selbst bei kürzeren Laufzeiten und geringeren Lizenzkosten wäre bei einer langfristigen Nutzung der Software – was natürlich die Regel ist – mehr zu zahlen, denn die Beträge gehen mit jeder Lizenzierung erneut vom Unternehmenskonto ab. Eine solide programmierte Individualsoftware, die somit kaum Wartungsaufwand hat, ist (sollte) dementsprechend immer deutlich nachhaltiger (sein) als ein Produkt von der Stange.

Nachteile von Standardsoftware gegenüber Individualsoftware

Das größte Risiko bei der Entscheidung für eine Standardlösung ist, dass sie möglicherweise nicht alle Anforderungen des Unternehmens erfüllt. Eine Software von der Stange mag zunächst weniger kosten als eine individuelle - wenn sie dabei aber nur halb so leistungsfähig oder effizient ist, zahlt der Betrieb auf lange Sicht sogar drauf. Wahrscheinlich ist früher oder später eine Anpassung der Software auf spezifische Geschäftsprozesse notwendig – und diese schlägt noch einmal mit erheblichen Aufwänden zu Buche.

Die meisten Standard-Softwarelösungen sind zudem starr und lassen sich nur schwer anpassen. Wenn das Unternehmen wächst oder sich verändert, kann die Software kaum mitwachsen. Änderungen können nicht zuletzt lizenzrechtlich ein Problem sein. Um die benötigten Anpassungen durchführen zu dürfen, gilt es den Softwarehersteller davon zu überzeugen, dass die Unternehmensbedarfe wichtiger sind als die allgemeine Produkt-Roadmap.

Software von der Stange hat außerdem oft Kompatibilitätsprobleme. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Betriebssysteme, Geräte oder andere Software des Unternehmens mit einer Standardlösung kollidieren, was sie entweder unbrauchbar oder höchst ineffizient macht.

Wenn sich Firmen für eine Software von der Stange entscheiden, wählen sie eine Lösung, die ebenfalls für alle Mitbewerber verfügbar ist. Das bedeutet, dass innovative und bahnbrechende Geschäftsideen auf Basis der Software von den Konkurrenten mitunter leicht nachgeahmt werden können.

Neben den genannten Contras sind selbstverständlich auch die kontinuierlichen Kosten einer der ganz großen Nachteile von Standardlösungen jeglicher Art. Natürlich muss Individualsoftware ebenfalls dann und wann gewartet werden, die dafür zu kalkulierenden Aufwände sind jedoch vergleichsweise gering.

Vorteile von Individualsoftware für Unternehmen

Individualsoftware ist genau auf die Bedarfe eines Unternehmens oder einer Abteilung ausgerichtet und kann betreffende Workflows somit immer effizienter gestalten als jede Standardlösung. Sie wird bestenfalls präzise auf die Arbeitsweisen der Nutzer eingestellt und verschafft damit barrierefreie Abläufe. Schließlich werden Mitarbeiter durch sie in besonderem Maß entlastet. Es bleibt mehr Zeit für ganz wesentliche Arbeitsschritte, die nicht von einer Software übernommen werden können. Letztendlich besteht enormes Potenzial zu einer erheblichen Produktivitätssteigerung bei einem guten bzw. durch die Individualsoftware entspannten Arbeitsklima.

Darüber hinaus bekommen Unternehmen mit Individualsoftware selbstverständlich genau das, was sie benötigen, anstatt vielleicht viele zusätzliche Features, die gar keine Relevanz für die eigenen Verfahrensweisen haben. Überflüssige Funktionalitäten stellen bei der Nutzung tatsächlich häufig sogar Barrieren dar, die wiederum Effizienzeinbußen bedeuten. Nicht zuletzt ist bei einer Individualsoftware wirklich nur das zu zahlen, was benötigt wird.

Maßgeschneiderte Software kann außerdem leicht modifiziert und erweitert werden. So ist sie bestens in der Lage, mit der Entwicklung eines Unternehmens Schritt zu halten.

Ebenfalls bietet maßgeschneiderte Software einen spezifischen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern. Individualsoftware wird ausschließlich für ein Unternehmen entwickelt. Sie umfasst naturgemäß Features, die es nicht von der Stange gibt und die dem Betrieb ganz eigene Vorteile verschaffen, die in ihrem speziellen Anwendungskontext und als Schlussfolge daraus auch allgemein dazu führen können, dass die Konkurrenz abgehängt wird.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Individualsoftware
https://startupbloggers.wordpress.com/2013/02/13/vor-und-nachteile-von-individual-und-standardsoftware/

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